Menge (Währung) = Bar (Regierungen) + Kredit (Banken)

Es ist vielleicht nicht leicht, Unterschiede auf Geld-Niveau zu machen: zwischen

  • Bargeld im Portemonnaie,
  • Plus / Minus auf dem Bankkonto,
  • Plus / Minus auf der Kreditkarte, für die man sich in verschiedenen Ländern Bargeld holt.

Und dann sind da die Unterschiede auf Währungs-Niveau:

  • was Regierungen mit „unserem“ Geld als Steuerzahler machen
  • was Zentralbanker mit Regierungen aushandeln
  • wie Geldhändler mit Währungen als “finanziellen Produkten” umgehen.

Und dann sind da die „Geld-Profis“ an den Börsen, wo jeder Kredite aus dem Nichts bekommt, um sie wie in einem Kasino zu verspielen – unter dem Deckmantel von Aktien, Wertpapieren und mehr oder weniger „giftigen“ Papieren.

Währung = Geld + Quasigeld

Sprachen prägen unser Denken, und es hat mich seit langem fasziniert, welche Sprache etwas präziser ausdrücken oder beschreiben kann als eine andere. Aber es ist doch recht merkwürdig, was passiert, wenn man liest, dass „quasi-money[1]“ also Quasigeld dasselbe ist wie „near money“ also Beinahgeld.

Die Bank of England benutzt in ihren Statistiken auch die Begriffe „broad money [2]“, also breites Geld, und „narrow money[3]“, also schmales oder enges Geld. Ja, der Begriff ist eng gefasst, wenn man darauf aus ist, Kredite und Schulden als „Geld“ zu verkaufen.

Die Europäische Zentralbank definiert nur drei Kategorien[4]:: M1 ist „enges Geld“, M2 ist Sofortgeld, und M3 ist „breites Geld“.

Egal welche Währung man betrachtet, man wird immer finden, dass die Menge von Bargeld längst nicht mit dem Wachstum der Menge von Kreditgeld mithält. Dank Wikipedia ist hier die Grafik seit Herausgabe des Euro[5].

Die Graphik[6] stammt von Wikipedia und zeigt das Wachstum der gesamten Geldmenge von US Dollars, die sich aus Bargeld und Kreditgeld zusammen setzt. Deutlicher geht’s nicht: eine Kreditkrise gibt’s nicht. Was uns beschert wurde, ist eine Bargeld“krise“. Denn Kreditgelder sind eindeutig mehr und mehr gewachsen…

Dementsprechend starteten wir eine Online-Petition, die sich an das Treasury Select Committee[7] wendet. Sie heisst Stop the Cash Crumble to Equalize the Credit Crunch[8], d.h. Stoppt den Zerfall des Bargeldes, um die Kreditkrise auszugleichen. Aber im House of Commons wird man höflich abgewiesen. Man bekommt höfliche Briefe, und nichts ändert sich. Egal wie lange man am Ball ist, egal ob es um das Klima, Bomben oder das Geld geht. Die Beziehungen innerhalb des Establishment[9] werden durch Privatschulen und Universitäten eng geknüpft. Der gemeinsame Nenner sind inviduelle Vorteile unter dem Deckmantel öffentlicher Institutionen. Mittlerweile gibt es aber auch hinreichend Beweise, dass sich unter diesem Deckmantel Korruption und Wirtschaftskriminalität höchsten Grades abspielen. Letztlich geht es also um Wissen und Gewissen.

Geldmenge[10] = Bargeld + Kreditgeld

So wie das Bargeld einer Währung aus Münzen und Scheinen besteht, so hat das Kreditgeld, das Banken herausgeben, unterschiedliche Laufzeiten und unterschiedliche Zinssätze. Dass und wie diese Zinssätze von Leitzinsen einer Zentralbank abhängen, macht das Leben für den Kreditnehmer nur komplizierter.

Entscheidend sind ausserdem die Unterschiede zwischen Krediten an

  • Regierungen oder nationale Institutionen
  • Betriebe oder multinationale Firmen
  • Einzelmenschen.

Der Einzelmensch geht nicht mit grossen Zahlen um. Beamte in Institutionen lernen es offensichtlich. Bei grossen Zahlen fallen ja auch leichter kleine Krümelbeträge ab, die sich für den Einzelnen lohnen.

Da finanzielle Institutionen nicht nur Kredite vergeben sondern auch „finanzielle Produkte“ verkaufen, um Geld aus dem Geld von Anlegern zu machen. Aber das ist nicht die Achillesferse des anglo-amerikanischen Kapitalismus, der die Welt in den Zustand gebracht hat, in dem sie sich jetzt befindet.

Quantitative Lockerung – die Vorspiegelung falscher Geldverhältnisse

Es ist schon beachtlich, wie Sprachbegriffe erfunden werden, um Realitäten zu verschleiern. Ebenso ist es beachtlich, wie sehr die Medien dabei mitspielen. Dass Geld die Welt regiert, ist schon lange klar. Aber wie es das zur Zeit tut, gehört nicht zum Allgemeinwissen, da es nicht im Interesse derjenigen ist, die wissen, was sie tun.

Dazu gehört der Anspruch der Zentralbanken, ihre Arbeit unabhängig von den jeweiligen politischen Kontrollfunktionen durchzuführen. Vor dem Gemeinsamen ökonomischen Komitee befragt Kongressmann Ron Paul den Chef der Federal Reserve Ben Bernanke, der das auf diesem Video[11] sehr klar macht.

Quantitative easing oder quantitative Lockerung wurde 2000 durch die japanische Zentralbank eingeführt.

Die Erklärung in Wikipedia beschreibt immerhin, dass das Geld, mit dem die Zentralbank die Geldmenge erhöht, ex nihilo geschaffen wird und bezieht sich damit sogar auf die Definition der rosa Zeitung Financial Times[12].

Aber: die Erklärung behauptet, dass nur eine Zentralbank Geld schöpfen kann:

  • dass Regierungen Geld drucken können, wird einfach nicht mehr für möglich gehalten
  • Inflation von Verbraucherpreisen wird als Gefahr dargestellt, ohne zu berücksichtigen, dass die Geldmenge inflationär beeinflusst wird
  • man versteckt sich hinter Unsicherheiten und Komplexitäten, anstatt rational das zu tun, was im Interesse des Allgemeinwohls möglich wäre.

Zu dieser Einstellung gehört das Zitat von William Paterson, dem Gründer der Bank of England: „Die Bank hat den Gewinn von Zinsen aller Gelder, die sie aus dem Nichts kreiert.“ Dies ist das erste einer Reihe von Zitaten über Geld auf der Webseite der katholischen Zeitschrift Michael[13], die sich seit 1953 monetärer Reform verschrieben hat.


[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Near_money

[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Broad_money

[3] http://www.investopedia.com/terms/n/narrowmoney.asp?&viewed=1

[4] http://www.ecb.int/stats/money/aggregates/aggr/html/hist.en.html

[5] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Euro_money_supply_Sept_1998_-_Oct_2007.jpg

[6] http://en.wikipedia.org/wiki/Money_supply#Fractional-reserve_banking

[7] http://www.parliament.uk/parliamentary_committees/treasury_committee.cfm

[8] http://www.gopetition.co.uk/petitions/stop-the-cash-crumble-to-equalize-the-credit-crunch.html

[9] http://en.wikipedia.org/wiki/The_Establishment

[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge

[11] http://www.brasschecktv.com/page/655.html

[12] http://www.ft.com/cms/s/0/8ada2ad4-f3b9-11dd-9c4b-0000779fd2ac.html

[13] http://www.michaeljournal.org/quotesonmoney.htm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 272 Followern an

%d Bloggern gefällt das: