“Isola Moneta” oder die Insel der Währung zur Schöpfung von Geld

Man stelle sich vor, auf einer Insel, auf der man bislang untereinander getauscht hat, kommt ein Fremder an, der vom Geld erzählt. Also lernt die Insel-Regierung, „Geld zu drucken“. Da man Goldschätze hat, druckt man so viel, wie man glaubt, dass das Gold in der neuen Währung wert sei. Mit dem Siegel der Insel und in der Sprache der Einwohner.

Nun kommt ein Banker dazu, der „Kredite“ vergibt und dafür Zinsen verlangt. Die Kredite schafft er ex nihilo, aus dem Nichts. Er braucht weder Edelmetall für Münzen, noch Druckpressen für Geldscheine. Und die Zinsen, die er verlangt, liefert er nicht mit. Stattdessen verlangt er nach einer „Sicherheit“, die ihm zusteht, wenn seine Kunden den Kredit nicht zurück zahlen können. Mit der Regierung hat er die Vereinbarung, dass er sowohl die Zinsen als auch die Sicherheit einklagen kann, wenn nicht gezahlt wird.

Jetzt muss also das Bargeld für die Rückzahlung von Zinsen und Kredit herhalten. Kreditnehmer müssen kaufen, nicht weil man sich die Ware oder Dienstleistung leisten will, sondern weil man das Geld braucht, um Zinsen zu zahlen. Tja, und wenn man nicht genüg eingetrieben hat, darf der Banker seine „Sicherheit“ verlangen.

So schafft sich der Banker mit seiner Kreditvergabe die Kontrolle nicht nur über seinen Schuldner und dessen Fähigkeit, Geld einzutreiben sondern auch über sein Eigentum. So nimmt die Finanzwirtschaft Einfluss auf und Kontrolle über die Realwirtschaft.

Die Geschwindigkeit, mit der man dem Geld nachrennen muss, um Zinsen abzuzahlen, nimmt in dem Masse zu, in dem Kredite vergeben werden. Sie nimmt in dem Masse ab, in dem die Regierung Bargeld rausgibt. Irgendwann gibt es halb so viel Bargeld wie Kreditgeld im Umlauf. Das war zum Ende des zweiten Weltkrieges. Jetzt sind es i.a. 97% Kreditgeld und 3% Bargeld.

Das wichtigste Mittel zur Erhöhung des Kreditgeldes sind Staatsanleihen oder Nationale Schulden. Menschen und Firmen können bankrott gehen in der Unfähigkeit, Kredite und Zinsen zurück zu zahlen. Was mit Staaten passiert, haben wir noch nicht so oft erlebt. Aber wir erleben, was aus den Ländern wird, die ihre nationale Währung gegen den Euro eingetauscht haben.

Wer Zinsen kassieren kann, kann diese wieder als Kredit verleihen und Zinsen einnehmen. So werden die Reichen reicher. Ebenso steigert sich das Wachstum ins Negative: wer Zinsen zahlen muss und Kredite aufnehmen, um Zinsen abzuzahlen, wird ärmer und ärmer.

Exponentielles Wachstum von Zinseszins Die „Exponentialität“ des Wachstums macht sich alle 27 Jahre besonders bemerkbar, da der Wert der Konstante e, die der Funktion zugrunde liegt, 2,718 ist.

Der Unterschied zwischen Währungen und Geld

Die Internationale Organisation für Standardisierung (ISO), veröffentlicht 171 Währungen[1] mit einem standardisierten Kürzel für die Währung und das Land, in dem sie gebraucht werden. Die Webseite www.xe.com, behauptet, die populärste Seite zu sein, die Auskunft über Währungen erteilt. Sie listet 307 Länder, in denen diese 171 Währungen benutzt werden und lädt dazu ein, mit ihnen Geschäfte zu machen, d.h. sie zu kaufen und zu verkaufen.

Währungen werden in grossem und in kleinem Stil gehandelt. Am bekanntesten sind die Spekulationsgeschäfte von George Soros[2], der mit dem Kauf und Verkauf von Währungen nicht nur sehr reich geworden ist, sondern damit auch politische Zeichen setzte. Für Währungs- und Geldhändler sind die Währungen interessant, die staatliche Grenzen über schreiten: Gold, Silber, Platinum, Palladium und Platinum.

1969 führte ausserdem der Internationale Währungsfonds[3] eine „künstliche“ Währung ein, die mit Sonderziehungsrecht[4] (SZR) bezeichnet wird. Der Grund war, mehr „Liquidität“ einzuführen, also Geld als flüssiges Tauschmittel. Aber, der englische Wikipedia-Eintrag[5] macht es klar:

  • als Zahlungsmittel sind SZRs ein Buchhaltungstrick, um Handelsbilanzen auszugleichen
  • als Finanzinstrument haben sie nicht die Unterstützung von Banken, Firmen und Endverbrauchern
  • als Währung, vor allem als eventuelle Reservewährung, sind sie ein weiteres Kontrollmittel
    • um die Souveränität von Staaten zu untergraben
    • um die Macht über Währungs- und Finanzkontrolle weiter zu zentralisieren
    • ähnlich wie der Euro die Europäische Währungseinheit[6] als Vorläufer hatte, so sind die SZRs der Vorläufer für eine Weltwährung[7] – jenseits aller demokratischen Vorgänge oder Kontrollen.

Die Amerikanerin Ellen Brown[8], die das Buch Web of Debt[9] (Web von Schulden) schrieb und eine ebenso benannte Webseite publiziert, schrieb am 1. Oktober 2009 einen Artikel darüber, wie sich der Internationale Währungsfonds anschickt, zur Globalen Zentralbank zu werden. Welche Gefahren und Chancen das bedeutet, werde ich später beschreiben.

Jeder, der reist, merkt, wie sich die Schwankung von Währungspreisen für den enzelnen auswirken, wenn er bei der Einreise mehr zahlt als er bei der Ausreise zurück bekommt. Diese Umtauschfreiheit wurde uns bei der Einführung des Euro als Vorteil verkauft. Aber die Nachteile, vor allem wie die Geldmengen ganzer Länder manipuliert und kontrolliert werden, wurden nicht erklärt. Diese benutzen Insider und Profis der Finanzwirtschaft, wo Geld nicht mehr das Tauschmittel ist, zu dem es erfunden worden war, sondern eines von vielen „Finanzprodukten“[10].

Zu dieser oft sehr verwirrenden Begrifflichkeit möchte ich klären, dass alles, was Wirtschaft betrifft, also Ökonomie, die Aktivitäten eines Landes beschreibt, die durch Geld gelenkt werden. Diese Wirtschaft setzt sich aus Finanz- und Realwirtschaft zusammen. Bei der Finanzwirtschaft gibt es jene Herren, die sich mit Währungen befassen: die Zentralbanker und die Finanzministerien, die sich auf monetärer Ebene bewegen, während normale Sterbliche Geld benutzen, also finanziell darunter leiden, was mit ihrer Währung innenpolitisch und international passiert.

A money tree of global currencies Mechanical wheels of currencies
Das Logo des Forum für Stabile Währungen[11] in Westminster[12] und im Web.
In Deutschland vertritt die Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung[13] (INWO) ähnliche Ziele.
Das Bild zu einem Artikel mit dem Titel:
Der Internationale Währungsfonds schickt sich an, eine führende Rolle in der neuen Weltordnung zu spielen[14]

Eine natürliche Wirtschaftsordnung mit stabilen Währungen würde sehr anders aussehen als der angelsächsische Kapitalismus, der sich wie ein Krebs ausgebreitet hat und die Welt mehr und mehr mit Verdummung und Gewalt beherrscht.

Allem voran sollte

  • der Internationale Währungsfonds
    • seine Sonderziehungsrechte[15] nicht als Kreditgeld[16] verbreiten
    • nicht nur grosse Projekte für westliche Firmen finanzieren und Entwicklungsländer durch Zinszahlungen abhängig machen
    • sondern seine internationale Kredite zinslos zur Verfügung stellen, damit die Währung der jeweiligen Entwicklungsländer nicht geschröpft wird
  • auf Ebene regionaler Zentralbanken wie der Europäischen Zentralbank[17] sollten wichtige Verhältnisse reguliert werden:
    • der Anteil von Kreditgeld (etwa 97%) und Bargeld (etwa 3%) in der Geldmenge im Umlauf
    • der Anteil von „flüssigem Tauschgeld“ und „statischen Wertanlagen“ in der Gesamtwirtschaft; hierzu müssen die verschiedenen Arten von Geld, die zur Geldmenge[18] beitragen, reguliert werden, auf englisch werden sie „monetäre Aggregate“ genannt
  • auf Ebene der nationalen Zentralbanken sollte
    • ein STOP den nationalen Schulden gemacht werden
    • die Erhöhung des Bargeldanteils in der Geldmenge im Umlauf erfolgen
  • Banken und andere Finanzinstitutionen sollten
    • statt Unternehmen bankrott zu machen, Beteiligung durch möglicherweise zinslose Kredite vereinbaren
    • anstatt Privatleute zu ruinieren, Unterstützung wie in Kreditgemeinschaften bieten.

Dies wären die sanften Übergänge, die dann möglich werden, wenn sich politischer Wille unterMachthabern und moralischer Druck in der Bevölkerung entwickeln.

Radikaler (und wohl auch utopischer, wenngleich wünschenswert) sind die Ideen von Silvio Gesell[19] (1862 – 1930), der natürliches Geld und die Freiwirtschaftslehre[20] begründete, und die von der INWO vertreten werden:

  • Freigeld[21], dessen Umlauf dadurch gesichert wird, dass es mit einem negativen Zins belegt wird
  • Freiwirtschaftliche Bodenreform[22], die darauf beruht, dass Landbesitzer eine Abgabe an die Allgemeinheit zahlen, da der Boden Allgemeingut ist
  • Regiogeld[23] als komplementäre Währungen
  • Bedingungsloses Grundeinkommen[24], das mit der Besteuerung des Ressourcen- und Energieverbrauchs finanziert werden soll.

Natürlich sind noch viele andere Massnahmen möglich, die zu einer Wirtschaftsordnung beitragen würden, so dass die Zukunft der Menschen auf unserem Planeten eine bessere Chance hat. Vermutlich ist Ihnen diese Blickweise neu, und einige Begriffe hören Sie sicher zum ersten Mal. Ich habe dieses Denken dadurch gelernt, dass ich 1989 den ersten Tauschring[25] in London als das Grüne Geld Netzwerk gegründet habe. Jeder, der sich mit der Organisation von Tauschringen befasst, lernt über

  • Zahlungsmittel:           Bargeld als Coupons, Schecks oder Tauschhefte
  • ihre Herausgabe:        die Geldmenge, die in Umlauf gebracht wird, und ihre Erhöhung
  • die Verwaltung:          Kontenführung über finanzielle Transaktionen
  • die Bezahlung der Herausgeber:         Einkommen der Zentralbanker
  • und der Verwalter:     Einkommen der Banker.

Bei den Einkommen muss man den Unterschied machen zwischen Gehältern (aktiv) und Boni, Dividenden oder Aktien, die passiv durch die Verzinsung von Geld entstehen.

Hier ist eine Reihe von Webseiten, die die Problematik auf den Punkt bringen:

  • Die Webseite Killerzins[26] hat nicht nur eine gute Einführung in die zerstörerischen Auswirkungen von Zinsen, sondern auch eine Liste weiterer lesenswerter Bücher.
  • Der Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.[27] schreibt auf seiner Homepage: Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen und Kinder haften für ihre Eltern. Mit ihren 460,000 Mitgliedern machen sie nicht nur Vorschläge zur Steuerentlastung sondern auch zur Abzahlung der Staatsschulden. Aber bei ihrem Appell an die Politiker vergessen sie die Bundesbank und die Europäische Zentralbank.
  • MONETATIVE[28] ist die Seite von acht einflussreichen Initiatoren[29] die, wie unser Forum für Stabile Währungen, die Geldschöpfung in öffentlicher Hand sehen möchten.

Mein Appell richtet sich aber vor allem an die Finanzwirtschaft, d.h. an die Menschen, die ihr Geld damit verdienen, dass sie „Geld“ produzieren und verkaufen. Sie mögen ihre Jobs moralisch besser und sozial wirksamer machen. An Otto Normalverbraucher, Inge Normalwählerin, Hans NormalBankkunde und Christa Normalsteuerzahlerin richte ich mich mit dem Appell, sich Durchblick zu verschaffen, warum die Realwirtschaft und die darin aktiven Menschen und Güter auf unserer Erde ruiniert werden und was man dagegen tun könnte.

Die Währung eines Landes existiert in einer bestimmten Menge, die mit Geldmenge[30] bezeichnet wird. Natürlich bleibt diese nicht konstant. Ob ihr Anwachsen vielleicht etwas mit dem angeblich so unbedingt notwendigen Wachstum in unserer Wirtschaft zu tun hat? Wovon hängt diese Geldmenge ab? Wer hat das Recht, sie zu erhöhen? Wer profitiert davon?

Man stelle sich eine Insel vor, auf der bislang nur getauscht wurde, und wo jetzt „Geld“ eingeführt werden soll: wie soll die Währung heissen? Wieviel soll jeder bekommen? Umsonst? Der Staat hat sein Geld umsonst in Umlauf gebracht: als Banknoten mit dazu gehörigen Münzen. Aber Banken kennen nur Kredite mit Zinsen.

Am Tag Null fängt jeder an, sein Geld in Umlauf zu bringen. Wenn genug Leute keines mehr haben, nehmen sie Kredite bei Banken auf. Doch woher sollen sie das Geld nehmen, mit dem sie ihre Kredite abzahlen? Sie müssen die Regierung um eine Erhöhung der zinsfreien Geldmenge bitten.

In England war das Jahr 1694 der Tag Null, als die Bank of England[31] gegründet und damit die erste Nationalschuld geschaffen wurde: £1,2 Millionen zu 8% Zinsen.

Das Gesetz, das die Gründung festlegte[32], beinhaltete folgende wichtige Passagen:

  1. Die Untertanen ihrer Majestäten sollten von der Corporation (Gesellschaft) nicht unterdrückt werden
  2. Deshalb solle die Corporation mit Waren nicht so handeln, dass sie sie monopolisiere
  3. Bestimmte Ausnahmen waren erlaubt
  4. Wenn aber die Corporation gegen die gute Absicht verstossen solltee, müsste dreimal der Wert des unangebrachten Handels als Strafe gezahlt wereden.

Da bei unseren Forum-Versammlungen sehr viele Geschichten von Menschen erzählt wurden, die Opfer von Anwälten und Gerichtsverfahren waren, erinnerten einige von uns an das Gründungsgesetz – einerseits mit einer Early Day Motion[33] als Mitteilung ans Parlament und die Medien, andererseits als Blog[34]. Wieder mal zwei kleine Tropfen auf einen sehr grossen und sehr heissen Stein. Aber besser als nichts.

Als Autodidakt veröffentlicht der Umweltberater Mike Hewitt[35] auf seiner Webseite DollarDaze[36] eine chronologische Liste aller Währungen. Ich habe sie umsortiert, um mit der ältesten Währung anzufangen, und ergänzt, so dass die Währungen enthalten sind, die vom Euro ersetzt wurden.

Angefangen mit holländischen Gulden im Jahre 1601, erzählt die Tabelle 1 im Anhang die Geschichte einer „monetären Kolonialisierung“ durch die europäischen Länder. Man kann oft auch das Ende eines Krieges am Anfang einer Währung erkennen. Wer Globalisierung und Finanzkrise gegenüber skeptisch ist, wird ausserdem möglicherweise den Trend zur Machtkonzentration durch Regionalisierung erkennen.

Wie werden sich wohl die Veränderungen anbahnen, die notwendig sind, damit unser Planet eine Chance hat, sich von dem zu erholen, was ihm bislang von uns angetan wurde?

Währungen sind für Zentralbanken und Nationalstaaten, was Geld für den einzelnen ist: Tauschmittel, Wertanlage und Instrument, andere zu dominieren und zu manipulieren.


[1] http://www.iso.org/iso/support/currency_codes_list-1.htm

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/George_Soros

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_W%C3%A4hrungsfonds

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderziehungsrecht

[5] http://en.wikipedia.org/wiki/Special_Drawing_Rights

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_W%C3%A4hrungseinheit

[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Weltw%C3%A4hrung

[8] http://www.ellenbrown.com/

[9] http://www.webofdebt.com/

[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Strukturiertes_Finanzprodukt

[11] http://forumnews.wordpress.com/

[12] http://de.wikipedia.org/wiki/Palace_of_Westminster

[13] http://www.inwo.de/ und http://www.inwo.ch/cms/front_content.php

[14] http://blog.puppetgov.com/2009/04/21/imf-readies-for-leading-role-in-new-world-order/

[15] http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderziehungsrecht

[16] http://de.wikipedia.org/wiki/Kreditgeld

[17] http://www.bundesbank.de/ezb/ezb.php

[18] http://de.wikipedia.org/wiki/Geld#Arten_der_Geldmenge

[19] http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Gesell

[20] http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwirtschaft

[21] http://de.wikipedia.org/wiki/Umlaufgesichertes_Geld

[22] http://de.wikipedia.org/wiki/Landreform#Freiwirtschaftliche_Bodenreform

[23] http://www.regiogeld.de/initiativen.html

[24] http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen

[25] http://de.wikipedia.org/wiki/Tauschring

[26] http://www.killerzins.de/buecher.htm

[27] http://www.steuerzahler.de/

[28] http://www.monetative.de/

[29] http://www.monetative.de/?page_id=129

[30] http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge

[31] http://de.wikipedia.org/wiki/Bank_of_England

[32] http://edm1297.wordpress.com/corporation-not-to-trade/

[33] http://edmi.parliament.uk/EDMi/EDMDetails.aspx?EDMID=38435&SESSION=899

[34] http://edm1297.wordpress.com/bank-of-england-act-1694/

[35] http://dollardaze.org/blog/?page_id=00002

[36] http://dollardaze.org/

7 Antworten

  1. [...] Währungen sind für Zentralbanken und Nationalstaaten, was Geld für den einzelnen ist: Tauschmittel, Wertanlage und Instrument, andere zu dominieren und zu manipulieren. [...]

  2. Hallo,

    vielleicht interessiert im vorliegenden Zusammenhang mein Versuch, an einem einfachen Modell die Problematik einer Geldwirtschaft anzureißen (derzeit arbeite ich an einer Erweiterung mit Kredit, Innovation usw.):

    “Die Ökonomie der Artos-Phagen: Warum eine eigentumsbasierte Geldwirtschaft (im Basismodell) nicht dauerhaft funktionieren kann” – http://beltwild.blogspot.com/2010/01/die-okonomie-der-artos-phagen-warum.html

    • Ja, das ist natürlich sehr interessant! Nur denke ich, dass wir davon ausgehen müssen, dass diejenigen, die an Finanzhebeln sitzen, vor allem von “business as usual” und allenfalls noch von den Medien getrieben werden.

      Mir geht es darum, im Web die Information so aufzubereiten, dass Journalisten und Politiker mit ihrem Umfeld sich orientieren können, d.h. so knapp und bündig und auf den Punkt gebracht, wie nur irgend möglich.

      Ob’s gelingt, vermag ich noch nicht abzuschätzen.

  3. Hinter der Kritik an bestimmten Funktionen oder an der Funktionsweise unserer Wirtschaft überhaupt müssen, denke ich, Modelle stehen:
    - einerseits wie es tatsächlich läuft und
    - andererseits wie es (realistisch) besser laufen könnte.

    Zunächst versuche ich anhand von möglichst einfachen, aber dennoch möglichst realitiätsnahen (d. h. in der Essens auf die tatsächlichen Gegebenheiten übertragbaren) Modellen zu verstehen, wie unsere Geldwirtschaft funktioniert und wo es Probleme geben kann oder sogar muss (und welche ‘Gegenbewegungen’ diese Probleme zumindest zeitweise in Schach halten).

    In einem weiteren Schritt wäre dann zu untersuchen, inwieweit diese Modelle auf die Realität übertragbar sind.

    Momentan habe ich den Eindruck, dass sich mein Artosphagen-Modell ganz gut ausbauen lässt, und durchaus in enger Parallelität zur realen Situation.

    Eine bessere Alternative zu finden dürfte allerdings schwer sein, selbst wenn man sich Beharrungsvermögen und Widerstände eingefleischter Interessen wegdenkt. Der Sozialismus bringt’s nicht, und an eine ‘Friede-Freude-Eierkuchen’ mag ich nicht so recht glauben.

    • Tja, theoretisch klar, aber in praxi geht’s doch nicht um Ideen und Modelle sondern um die Macht, die Drahtzieher als Arbeitgeber haben.

      So werden “Institutionen” ins Leben gerufen, die an unseren Besserwisser-Modellen doch gar nicht interessiert sind sondern nur daran, sich ihre Macht zu erhalten…

      Es ist aber spannend dahinter zu kommen, wie sie’s machen.

      Und in Tauschringen erlebt man am leichtesten, wie’s besser zu machen ginge…

  4. Interssant sind auch die Ansätze von Jacque Fresco mit seinem “Venus Project”.

    Auszug:
    “Der Ausdruck Ressourcenbasierte Wirtschaft wurde von Jacque Fresco eingeführt. Es ist ein System, in dem alle Güter und Leistungen ohne Verwendung von Geld, Kredit, Tauschmitteln oder anderen Systemen der Schuld oder Dienstbarkeit verfügbar sind. Alle Ressourcen werden als gemeinsames Erbe aller Bewohner, nicht nur einer ausgewählten Minderheit, angesehen. Die Prämisse, unter welcher dieses System steht, basiert auf der Erkenntnis, dass die Erde einen Überfluss an Ressourcen besitzt. Unsere Praxis, Ressourcen durch die Nutzung von Geld zu rationieren ist für unser Überleben nutzlos und kontraproduktiv.”

  5. Jedes Modell lohnt sich, erdacht zu werden!

    Nur sind wir zu ‘klein und schwach’, um echte Alternativen zu bieten. Aber im Dorf oder anderen Gemeinschaften geht es!

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