Effekte von Staatsschulden

Die Tatsache, dass der Staat Schulden macht anstatt selbst Geld herauszugeben, hat fundamentale Folgen auf unterschiedlichem Niveau:

  1. wird der Steuerzahler unnötig mit Zahlungen von Zinsen und Zinseszinsen belastet
  2. wird der Staatshaushalt unnötig begrenzt, da obendrein auf Seigniorage als Einkommensquelle verzichtet wird
  3. bietet der Staat mit Staatsanleihen “privilegierten Reichen” die Möglichkeit, durch Zinszahlungen reicher zu werden
  4. hat der Staat seine Macht der kontrollierten zinsfreien Schöpfung von Bargeld an Banken und Zentralbanken die unkontrollierte Schöpfung von verzinsbarem Kreditgeld überlassen
  5. trägt er zu der Menge von “Kreditgeld” bei, das im Umlauf ist, anstatt ein Gleichgewicht durch “Bargeld” zu schaffen; denn von irgendwo muss ja “Zinsgeld” kommen.

Durch die Erhöhung des Kreditgeldes trägt der Staat zu “monetärer Inflation” bei, die eine “Währungsdeflation” zur Folge hat. Die Kaufkraft schwindet, und mehr und mehr Dinge werden weniger und weniger “wert”:

  • Preise steigen und täuschen Inflation vor, aber der Wert der Produkte und Dienstleistungen steht in keinem angemessenen Verhältnis zum Wert des Geldes, das im Umlauf ist.
  • Gleichzeitig rennen mehr und mehr Leute hinter weniger und weniger Kreditgeld her, um mehr und mehr Zinsgeld zu borgen.
  • Hinzu kommen die Banker, die “Geld” dadurch aus Kreditgeld machen, dass sie Schulden verkaufen, um Zinsen zu kassieren…

Als Beispiel für die Wertverzerrung sei das Haus von Eltern erwähnt, die aus Altersgründen in ein Heim müssen. Man stelle sich einerseits vor, wieviel es gekostet hat, was alles in das Haus getragen wurde. Andererseits weiss jeder, dass es weit unter dem Geldwert ist, der jetzt erzielt werden kann und noch mehr unter dem, was ein Heimplatz kostet.

FAZIT: Für den Fall, dass Politiker daran interessiert sein sollten, das finanziell Beste für Ihre Wähler zu tun, sollten sie für öffentliche zinsfreie “Kredite” sorgen, besonders für das, was man “sozial” nennt: Umwelt, Gesundheit, Erziehung, Arbeitslose, Kranke, Kinder, Jugendliche, Rentner.

Ausserdem sollte man sich fragen, warum das Bundesschuldbuch, das von der Finanzagentur geführt wird, dem Schuldengeheimnis unterliegt, wenn es um eine öffentlliche Institution geht, die öffentliche Schulden führt, für die Steuerzahler aufkommen…

5 Antworten

  1. tja…. ob das mit antisemitismus zu tun hat..? juden waren die geldverleiher des mittelalters… und die darf keiner anrüheren, weil man gleich als “nazi” abgestempelt wird….

    schulden schulden, zinsen und zinseszins… verboten im koran und in der bibel… doch ist doch egal, was brecht, gesell und pythagoras wussten, zinsen sind gut..! :-(

    ein bespiel, was zinsen bewirken:

    hätte josef seinem sohn jesus ein sparkonto zu 5% mit einem halben eurocent angelegt, hätte er heute einen gegenwert von

    19.474.267.665.855.201.442.908.870.559.339.722.571.776,00 Euro

    zinsen sind ja sooo gut…..

    das weiss auch der goldschmied fabian:

    http://www.secret.tv/player_popup.php?id=4933751&movieid=4933754

    • Das Haupt-Problem ist gar nicht so sehr der Zins (man rechne etwas nach, um sich selbst zu überzeugen), sondern, wenn überhaupt etwas im Bereich des Zinses, dann nur der Zinseszins, der erst ab einigen Jahrzehnten seine exponentielle Sprengkraft entwickelt. Leider unterscheiden die meisten gar nicht zwischen Zins und Zinseszins. Es ist aber nicht dasselbe.
      Außerdem, was machen schon Zinsen von z.B. derzeit 4% aus, im Vergleich zur Vermögensakkumulation durch Unternehmensgewinne von jährlich im Durchschnitt deutlich über 20% (dazu gehören übrigens auch die Banken). Würden Zinsen auch nur in die Nähe solcher Höhen kommen, dann würden sie sofort wegen Wucher staatlich verboten und die Anbieter bestraft werden.
      Bei durchschnittlichen Unternehmensgewinnen dieser Höhe, die bisher alle superreichen Milliardäre geschaffen haben, regt sich niemand auf. Durch reine Kreditzinsen ist dagegen noch niemand superreich geworden (dafür aber einige Banken pleite wegen zu niedriger Zins-Gewinne und dem Versuch, sie mit Spekulationen anzuheben, siehe HRE). Fragt sich nur, warum? Sollte allen großen Zinsgegnern zu denken geben, die meinen, bei Null-Zinsen würde sich das Paradies einstellen. Besser eigenen Kopf einschalten und selbst rechnen statt immer nur mehr oder weniger (un)zuverlässige Quellen nachzitieren.

  2. Ja, ja,

    der Kapitalismus müsste “Zinsenismus” heissen!…

    Auf englisch spricht man immerhin von “vested interest”…

    Aber keine Angst: wir sind nicht allein. Die Frage ist nur, wann und wie der Trend kippen wird. Hoffentlich früher als später!

  3. “welcher Buchhalter trennt Zinsen von Zinsezins, besonders bei so grossen Zahlen?”
    Der Buchhalter macht das nicht, weil er es für Aufgaben, die er zu erfüllen hat, das nicht braucht. Hier wird aber nicht über buchhalterische Fragen diskutiert, sondern über geld-, finanz- und wirtschaftspolitische Fragen. Und dafür muss man sich diese Mühe machen, um nicht in Fallen zu tappen, die einen dann zwangsläufig auf die falsche Fährte führen und falschen Lösungen. Was Zinskritiker auch nicht verstehen: Zins ist eine zusammengesetzte Größe, darunter fällt u.a. auch das Leistungsentgelt und Gewinn der Bank, Risikoentgelt, Refinanzierungskosten und etliches mehr. Diese kann man nicht zum Verschwinden bringen, nur weil es einen stört. Es ist wie mit dem Preis einer Ware. Wenn man Null Zins will, muss der Refinanzierungs-Geldpreis negativ werden. So und dann kommt man zwangsläufig zu der von Gesell vorgeschlagene Umlaufgebühr auf Geld, die heutzutage mit dem virtuellen Geld, dann wieder viele andere Probleme mit sich bringt.

    “Zinszahlungen der amerikanischen Schulden …32%”
    Buchhalterisch gesehen stimmt das. Darin sind aber beide Anteile: Zins und Zinseszins zusammengefasst. Das ist auch das Problem. Dadurch verschwindet der eigentlich Schuldige Zinseszins und verdammt den Zins als Ganzes, was falsch ist. Die Aufgabe lautet vielmehr, wenn man sich des Themas ernsthaft annimmt: wie schafft man es den Zinseszins (nicht aber den Zins) zuverlässig auszuschalten? Von den bereits erwähnten Unternehmensgewinnen ganz zu schweigen.

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